Kirchenbezirk Bad Cannstatt

Das Dekanat Bad Cannstatt (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur Cannstatt) wurde schon 1535, also nach Einführung der Reformation in Württemberg errichtet. Es gehört damit zu den ältesten Dekanaten der Landeskirche. Das Dekanat war identisch mit dem Oberamt Cannstatt, das 1923 aufgehoben wurde. Es gehörte zunächst zum Generalat Adelberg, ab 1810 zu Urach, seit 1823 zu Ludwigsburg und seit 1933 zur Prälatur Stuttgart. Im Zuge der Aufhebung des Amtsoberamts Stuttgart bzw. durch die Eingliederung einiger Gemeinden in die Stadt Stuttgart wurde das Gebiet des Dekanats Cannstatt vergrößert. Die Kirchengemeinde Feuerbach wechselte mit Wirkung vom 1. April 1922 vom Kirchenbezirk Plieningen in den Kirchenbezirk Cannstatt. Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Rommelshausen und Stetten im Remstal in den Kirchenbezirk Waiblingen umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Cannstatt vom Kirchenbezirk Plieningen die Kirchengemeinde Heumaden, vom Kirchenbezirk Leonberg die Kirchengemeinde Weilimdorf und vom Kirchenbezirk Ludwigsburg die Kirchengemeinde Zuffenhausen. Mit Wirkung vom 1. April 1947 wurde die Kirchengemeinde Heumaden jedoch wieder in den nunmehrigen Kirchenbezirk Degerloch umgegliedert. Gleichzeitig wurde auch die Kirchengemeinde Sillenbuch dem Kirchenbezirk Degerloch zugeordnet. Infolge des Einwohnerzuwachses im Raum Stuttgart wurde am 1. Januar 1965 der neue Kirchenbezirke Zuffenhausen aus dem westlichen Gebiet des Kirchenbezirks Cannstatt gebildet. Zum 1. Januar 1990 wurde der Kirchenbezirk Cannstatt nochmals verkleinert, in dem die nicht zum Stadtgebiet Stuttgarts gehörigen Kirchengemeinden, die Gesamtkirchengemeinde Fellbach mit ihren Teilkirchengemeinden sowie die Kirchengemeinden Schmiden und Oeffingen dem Kirchenbezirk Waiblingen zugeordnet wurden. Damit erreichte der Kirchenbezirk Cannstatt seine letztgültige Ausdehnung. Mit Wirkung vom 28. Juli 1994 wurde er in Kirchenbezirk Bad Cannstatt umbenannt. Um ein einheitliches Kirchenwesen innerhalb der Stadtgrenzen Stuttgarts zu schaffen wurde 1983 der "Evangelische Stadtverband Stuttgart" gegründet, dem neben dem Kirchenbezirk Bad Cannstatt auch die drei anderen Stuttgarter Kirchenbezirke (Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen) angehörten. Der Stadtverband traf sich einmal im Jahr zu einer großen Versammlung. In ihm waren die Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen im Stadtgebiet Stuttgart (z.B. die "Evangelische Gesellschaft" und das "Haus der Familie") mit Sitz und Stimme vertreten. Geleitet wurde der Stadtverband von einem gewählten Vorsitzenden, das war jeweils einer der vier Dekane (seit 1999 war es Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich). Zum 1. Januar 2008 wurden die vier Kirchenbezirke bzw. der Stadtverband Stuttgart zu einem einheitlichen Kirchenkreis Stuttgart vereinigt.

 

Im Kirchenbezirk Bad Cannstatt gab es zuletzt insgesamt 21 Kirchengemeinden. Davon haben sich zwölf Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben jedoch weiterhin rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. 

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Stadtkirche Bad Cannstatt
Stadtkirche Bad Cannstatt