Kirchenbezirk Degerloch

Die Reformation traf in Württemberg auf ein gut verwaltetes Land. Es war eingeteilt in Ämter, bestehend aus der Amtsstadt und den umliegenden Dörfern. 23 Ämter des altwürttembergischen Herzogtums wurden mit der Synodal-ordnung von 1547 zugleich "Diöcesen": Neben den Vogt trat der Dekan, damals Specialsuperintendent genannt. Mit dem Wachsen des Landes - seit 1806 Königreich - nahm die Zahl der Oberämter und der Dekanate zu. Weil die Evangelische Landeskirche die Kreisreform des Dritten Reiches nicht mitgemacht hat, behielten 43 der derzeit 51 Kirchenbezirke in Württemberg den Zuschnitt von im Jahr 1938 aufgelösten Oberämtern und sind benannt nach einstigen Oberamtsstädten. Beim ehemaligen Kirchenbezirk Degerloch blieb die traditionelle Einheit von Stadt und Amtsbezirk nicht erhalten. "Wegen Vielfalt der täglichen Malefizgeschäfte" wurde 1694 das Amt Degerloch von der Residenz-Stadt Stuttgart getrennt. Das Amt Degerloch reichte damals von Feuerbach über Botnang und Kaltental auf die Filderebene, umfasste einen Teil des Schönbuchs und stieß bei Ruit an das Oberamt Esslingen. Am 1.1.2008 ging der Kirchenbezirk Degerloch in den neu gegründeten Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart über. Degerloch ist Dekanatsbezirk im Kirchenkreis und nach wie vor Sitz eines der vier Stuttgarter Dekanatsämter.

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 Evang. Michaelskirche Stuttgart-Degerloch
Evang. Michaelskirche Stuttgart-Degerloch